Rebecca hat ihr Leben eigenständig gemeistert, trotz schwieriger Zeiten und gesundheitlicher Rückschläge. Im Benedikt hat sie ihr Zuhause gefunden und lebt gemeinsam mit ihrem Lebensgefährten ein ruhiges, zufriedenes Leben.
Mein Name ist Rebecca, ich bin 45 Jahre alt und in Winsen/Luhe geboren, aber in Bardowick aufgewachsen. Meine ganze Schulzeit habe ich in Bardowick verbracht, die Berufsschule absolvierte ich dann in Lüneburg. Ich bin gelernte Kauffrau im Einzelhandel und habe damals bei Kerber gelernt, als es das noch gab. Danach habe ich bei unterschiedlichen Stellen gearbeitet – immer dort, wo gerade etwas frei war. Zu der Zeit wohnte ich noch bei meinen Eltern in Bardowick in der Großen Straße und fuhr täglich mit dem Bus nach Lüneburg zur Arbeit. Erst in den 2000ern zog ich bei meinen Eltern aus. Ich nutzte zunächst die Zimmer meiner Geschwister mit, hatte aber auf der oberen Etage quasi mein eigenes Wohn- und Schlafzimmer und konnte die Küche im Erdgeschoss mitbenutzen. Meine Eltern und Großeltern sind leider bereits verstorben. Meine Schwester lebt noch im Elternhaus mit ihrer Familie. Wir hatten zwei Häuser – das Haus meiner Mutter und das meiner Großmutter. Nach dem Tod meiner Großmutter habe ich ihr Haus geerbt und später verkauft. Wie viel ich dafür bekommen habe, weiß ich nicht mehr genau, aber ich habe sogar noch ein neues Auto vom Käufer dazu erhalten. Mit dem Geld konnte ich meine Schulden begleichen, die ich damals leider hatte. Ich kann offen sagen, dass ich früher nicht gut mit Geld umgehen konnte. Ich habe mir viele Dinge gekauft, häufig auch online, und konnte dadurch wichtige Rechnungen, zum Beispiel für Strom, nicht mehr begleichen. Zwar bekam ich durch den Hausverkauf viel Geld, aber meine Schulden waren hoch, und dazu kam noch die Beerdigung meiner Mutter, die ich alleine bezahlen musste. So war das Geld irgendwann wieder aufgebraucht. Mein letzter Vermieter kannte mich schon, seit ich ein kleines Kind war, und war deshalb nachsichtiger, wenn ich mal die Miete nicht zahlen konnte. Doch irgendwann war auch bei ihm die Grenze erreicht, und ich musste aus der Wohnung ausziehen. Was ich ihm sehr hoch anrechne, ist, dass er sich darum gekümmert hat, dass ich ins Benedikt komme. Er hat alles organisiert und mich sogar mit meinen Sachen hierher gefahren.
„Ich bin zufrieden mit dem, was ich habe. Ein Dach über dem Kopf und einen Lebenspartner.“
Ich bin 2020 hierher gekommen. Ganz ehrlich: Das Benedikt kannte ich vorher gar nicht. Ich bin kein Stadtmensch – ich brauche die Ruhe auf dem Land. Deshalb fiel mir die erste Zeit hier nicht leicht und es dauerte lange, bis ich mich an die Situation gewöhnt hatte. Ich bin im Haus ein paar Mal umgezogen, bis ich schließlich meinen festen Platz gefunden habe. Hier habe ich auch meinen Lebensgefährten kennen- und lieben gelernt. Mittlerweile habe ich mich gut eingelebt. Ab und zu treffe ich noch Leute aus Bardowick, die ich kenne, und wir unterhalten uns – das spricht sich in einem Dorf schnell rum, aber damit habe ich kein Problem.
Mein Gesundheitszustand hat sich in den letzten Jahren leider stark verschlechtert. Anfangs war noch alles normal, doch eines Tages, 2022, bin ich nach dem Duschen an einem schlimmen epileptischen Anfall erkrankt und sogar kurzzeitig blau angelaufen. Mein Lebensgefährte half mir sofort und alarmierte die Verantwortlichen im Benedikt. Ein Krankenwagen brachte mich ins Krankenhaus, wo ich wieder zu mir kam. Dort wurden weitere Untersuchungen durchgeführt, und es wurde festgestellt, was mir sonst noch fehlt. Das war alles noch während der Corona-Zeit. Seitdem bin ich auf den Rollstuhl und den Rollator angewiesen und habe gesundheitliche Probleme. Die Anfälle hatte ich schon seit ich 14 Jahre alt war, meist nachts – da merke ich sie selbst nicht, nur mein Partner erzählt es mir. Mittlerweile beziehe ich Rente und habe einen Schwerbehindertenausweis. Arbeiten geht nicht mehr. Die Betreuer hier im Benedikt haben mir beim ganzen Papierkram und den Beantragungen sehr geholfen – dafür bin ich unglaublich dankbar. Alleine hätte ich das nicht geschafft.
Mein Alltag sieht eigentlich jeden Tag ähnlich aus. Morgens stehe ich etwas früher auf, um meine Tabletten zu nehmen, und starte dann den Tag mit ein wenig Fernsehen, um langsam wach zu werden. Gegen Mittag kommt mein Lebensgefährte nach Hause, und ich freue mich immer sehr auf diesen Moment – es ist ein kleiner Lichtblick an jedem Tag. Wir essen dann gemeinsam und unternehmen etwas, oft fahren wir in die Stadt oder einfach hinaus ins Grüne. Das ist für uns beide immer ein kleiner Akt, denn es ist mit dem Rollstuhl nicht immer einfach, die Wege und Hindernisse draußen zu meistern. Es holpert, es schüttelt mich manchmal ordentlich durch, und wir müssen Geduld haben – aber das gemeinsame Erlebnis macht alles wieder wett. Manchmal setzen wir uns einfach auf eine Bank, beobachten die Menschen oder genießen die frische Luft. Abends gegen 19 Uhr nehme ich meine Tabletten und dann ist der Tag für mich offiziell zu Ende. Ich genieße diese Ruhe und die kleinen Routinen, die mir Sicherheit und Struktur geben.
Früher hatte ich Probleme mit Alkohol, genauer gesagt mit Korn. Das hing sehr mit dem Tod meiner Mutter zusammen. Morgens begann ich oft schon zu trinken und bald geriet ich in eine richtige Abhängigkeit. Mein Partner half mir beim Entzug – ich brauchte keine Klinik, kein großes Programm. Ein einfacher Zettel von ihm, auf dem stand: „Der Korn oder ich!“, reichte. Ich habe mich für ihn entschieden und seitdem ist Alkohol kein Problem mehr für mich. Heute ist mein einziges Laster noch Bier – in Maßen, nicht viel, nur ab und zu, wenn es passt und der Tag ruhig war.
Ich bin zufrieden mit dem, was ich habe. Ich habe ein Dach über dem Kopf, einen Lebenspartner, der bei mir ist, und ein Stück Normalität in meinem Alltag. Mehr brauche ich nicht – damit bin ich glücklich. Ich genieße die kleinen Dinge, die Spaziergänge mit meinem Partner, die Gespräche und das Zusammensein. Das gibt mir Halt und Zufriedenheit.
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